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Der Übergang zum digitalen Videospiel hat sich beschleunigt, getragen von Bequemlichkeit und der Strategie der Plattformen. Sofortiger Zugriff, keine Verpackung mehr zum Aufbewahren: Die Vorteile sind real. Doch diese Dematerialisierung bringt ein Risiko mit sich, das die physische Version nicht kannte, das des Verschwindens.
Ein Zugang, der an einem seidenen Faden hängt
Ein digitales Spiel zu kaufen bedeutet, eine Zugangslizenz zu erwerben, keine greifbare Kopie. Zwei Konsequenzen:
- Die Entfernung aus den Katalogen. Ein Spiel kann aus lizenzrechtlichen Gründen (Musik, abgelaufene Rechte, Rechtsstreit) von einer Plattform entfernt werden und wird dadurch unzugänglich, selbst für diejenigen, die dafür bezahlt haben.
- Die Abhängigkeit von Servern. Viele Spiele, selbst reine Einzelspielertitel, erfordern eine Verbindung zu den Servern des Herausgebers. Sobald diese Server abgeschaltet werden, kann das Spiel den Dienst einstellen. The Crew, das 2024 nach der Abschaltung seiner Server vollständig unspielbar wurde, ist dafür das Symbol.
Ein physisches Spiel von 1995 lässt sich noch heute starten. Nichts garantiert, dass ein digitales Spiel von 2025 im Jahr 2045 noch starten wird.
Der europäische Rahmen
Mehrere Rechtstexte regeln diese Frage indirekt:
- Die Richtlinie (EU) 2019/790 über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt erkennt Ausnahmen zugunsten von Kulturerbeeinrichtungen an, die Werke aus ihren Sammlungen zu Erhaltungszwecken kopieren dürfen.
- Die Richtlinie (EU) 2019/770 über digitale Inhalte schreibt eine Vertragsmäßigkeits- und Bereitstellungspflicht für Inhalte vor, regelt jedoch nicht die Frage der langfristigen Bewahrung.
Keiner dieser Texte verpflichtet einen Herausgeber derzeit dazu, zu garantieren, dass ein Spiel nach Einstellung seines Dienstes weiterhin spielbar bleibt. Genau diese Lücke will die Initiative Stop Killing Games schließen.
Was nötig wäre
Bewahrung ist kein Luxus für Sammler: Es geht um Rechte (nicht verlieren, was man gekauft hat) und um Kultur (nicht 60 Jahre Schaffen auslöschen). Sie erfordert Verpflichtungen zum Lebensende: einen Offline-Modus bei Abschaltung der Server, die Hinterlegung der Werke bei Kulturerbeeinrichtungen und Transparenz über die Zugangsdauer bereits beim Kauf.
Ebenfalls lesenswert: das französische Gesetz zur Bewahrung, ein Modell, das ausgeweitet werden sollte.
Offizielle Quellen
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