Auf europäischer Ebene: die Texte, die unsere digitalen Rechte gestalten

Das Schicksal dematerialisierter Spiele entscheidet sich weitgehend in Brüssel. Seit zehn Jahren baut die Europäische Union Text für Text den rechtlichen Rahmen für das Digitale auf. Hier sind die Meilensteine, die für Spieler zählen, und was sie tatsächlich bringen.
2019: die Richtlinie über digitale Inhalte
Ausgehend von einer Initiative der Kommission im Jahr 2015 ist die Richtlinie (EU) 2019/770 über Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte und digitaler Dienstleistungen der Gründungstext. Sie legt fest:
- die Rechte des Verbrauchers bei mangelhaften (nicht vertragsgemäßen) digitalen Inhalten oder Dienstleistungen;
- den Zeitraum, während dessen der Inhalt vertragsgemäß bleiben muss;
- das Recht, einen langfristigen oder automatisch verlängerten Vertrag zu beenden.
Ihr blinder Fleck: Sie geht nicht direkt auf den Weiterverkauf oder die für Videospiele spezifische Bewahrung ein.
2022: der DSA, eine Verordnung (und keine Richtlinie)
Ein Punkt, der oft falsch dargestellt wird, sei hier klargestellt: Der Digital Services Act ist eine Verordnung (EU) 2022/2065, die unmittelbar anwendbar ist, ohne Umsetzung in nationales Recht, und keine „Richtlinie“. Er wurde 2022 verabschiedet und zielt auf einen sichereren und fairen digitalen Raum ab: Transparenz der Bedingungen und Algorithmen, Verbot irreführender Benutzeroberflächen, Bekämpfung illegaler Inhalte. Er reguliert die Plattformen, nicht den Inhalt der Lizenzverträge (siehe unsere Analyse des DSA).
Morgen: der Digital Fairness Act
Das ist der am meisten erwartete Text. Der in Vorbereitung befindliche Digital Fairness Act soll frontal gegen Dark Patterns, süchtig machende Designs, Abo-Fallen und unlautere Klauseln vorgehen. Für Spieler ist dies wahrscheinlich das beste Instrument, um ihre Rechte voranzubringen, und jetzt, während er verfasst wird, gilt es, Einfluss zu nehmen.
Europas Glück ist es, Rechte zu haben. Man muss sie aber auch durchsetzen und an der Ausarbeitung derer mitwirken, die noch kommen.
Siehe auch: die Antwort der Kommission auf Stop Destroying Videogames.
Offizielle Referenzen
Bewerten Sie diesen Artikel
4.5/5 · 4 Stimme
Kommentare (1)
Excellent travail de recherche. Est-ce qu'il existe des recours collectifs envisagés au niveau européen ?